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Stressmanagement
Was ist es, das den Menschen heutzutage so jämmerlich klagen läßt, er sei gehetzt; was hetzt ihn eigentlich? Er kann nichts tun, ja, er kann nicht einmal nichts tun, ohne nach irgendeinem Nutzen zu schielen.

(Karl Heinrich Waggerl)

Was ist Stress?

Eigentlich ist Stress eine selbstverständliche körperliche Reaktion auf eine Herausforderung. Der Mensch braucht für eine normale körperliche und seelische Entwicklung angemessene Belastungen, die zum Handeln, zur Anpassung zwingen.

Stress kann aber krank machen, wenn die Beanspruchungen übermässig sind, wenn sich der Körper fast ständig in erhöhter Alarmbereitschaft befindet.
Es gilt also zwischen dem Eustress (eu: gut, schön) und dem Disstress (dis: schlecht, krankhaft) zu unterscheiden.

Anspannung im Wechsel mit der nötigen Entspannung sind Voraussetzung für das Wohlbefinden, sind ein Grundprinzip des Lebens. Verspannungen gilt es zu lösen oder noch besser zu verhindern.

Vom guten, heilsamen Stress.

Nicht jeder Stress macht krank. Wir brauchen positiven Stress (Eustress), ja er ist die Würze des Lebens, macht das Leben lebenswert. Stress ist Leben, sagt Selye. Spannungen erzeugen Kraft, eben Spannkraft. Ohne ein gewisses Maß an Stress können wir nicht gesund sein. Allerdings sollte sich der Stress in Grenzen halten, und diese Grenzen sind bei jedem Menschen verschieden.

Wir alle brauchen Spannung und Entspannung. Das gehört zum Leben, ist ein biologisches und psychologisches Grundprinzip.

Vom krankmachenden Stress

Es gibt vielfältige Stressauslöser. Sie werden individuell bewertet, d.h. bei jedem Menschen ist es anders, wie stark er auf Distress reagiert. Das geschieht automatisch und ist von unserem Gesundheitszustand, von der Erziehung und auch von unseren Erbanlagen abhängig.


Stressoren


Stressoren sind etwas, das Stress erzeugt. (Wichtig ist, dass es keine in jedem Falle unfehlbaren Stressauslöser gibt. Nicht die Situation ist Stressauslöser, sondern die individuelle Bewertung.)

Wir leben in einer Zeit, in der Hektik Stress (Distress) immer mehr zunehmen. Es gehört schon fast schon zum guten Ton, gestresst zu sein. Nicht nur Manager sind gestresst, Hausfrauen, Schüler, Sportler, Arbeiter, selbst Rentner sind es gleichermaßen. Ungelöste Konflikte beschäftigen und belasten uns, wir kommen mit den Mitmenschen nicht zurecht, unerledigte Arbeiten wachsen uns über den Kopf, wir ängstigen uns vor Gegenwart und Zukunft. Uns werden täglich Aktionen und Reaktionen abverlangt, die ungewöhnlich sind. Wir müssen uns beispielsweise nach irgendwelchen Zeitplänen richten, sind dauernd in Eile und müssen effizient sein. Viele Menschen sind mit ihrer familiären, beruflichen Situation unzufrieden. Sie sind zerfressen von Neid auf Besitz und Erfolg, machen sich selber krank mit ihrer Missgunst. Resultat: Der Körper reagiert mit innerer Unruhe, Konzentrationsschwäche, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Resignation. Die Folgen von anhaltendem, krankmachendem Stress sind: Blutdruckanstieg, Gefäßkrankheiten, Herzmuskelschäden, usw.

Da Stress oft eine selbstgewählte Leidensform ist und oft auch « hausgemacht », lohnt es sich, sich mit dieser modernen Seuche auseinander zusetzen.


Stressbewältigung

Alle, und der Betroffene von Angst- und/oder Panikstörungen ganz besonders, sollten lernen, Stressreaktionen abzubauen, Stressreize zu vermeiden, ihnen bewusst auszuweichen oder sie zu verändern, also Distress in Eustress umzufunktionieren. Spannungen im Wechsel mit Entspannungen gehören zu unserem Leben. Aber Verspannungen müssen gelöst werden.

Zur aktiven Stressbewältigung gibt es verschiedene Methoden, die empfohlen werden können. Der Schlüssel für eine wirkliche Stressbewältigung liegt in einer positiven, dynamischen Lebenshaltung, statt einer passiven Lebenshaltung.

"Beginn den Tag mit einem Plan"
Fangen Sie den Tag an, indem Sie in aller Ruhe Ihr Tagespensum festlegen. Ordnen Sie die Ziele nach ihrer Wichtigkeit. Das Unwichtigere kann dann immer noch verschoben werden.

"Mach mal Pause!"
Legen Sie eine Pause ein, wenn Sie etwas erledigt haben. So merken Sie erst richtig, wie gut es vorwärts geht. Und noch etwas: Nur die wenigsten Dinge lassen sich zu aller Zufriedenheit und für alle Zeiten erledigen. Geniessen Sie deshalb auch die Freude, wenn Sie ein Etappenziel erreichen.

"Belohne dich!"
Setzen Sie sich Belohnungen aus für das Erreichen geplanter Ziele. Man kann sich auch belohnen, indem man jemand anderem eine Freude macht.

"Mach am Feierabend einen dicken Punkt!"
Machen Sie endgültig Feierabend am Ende Ihrer Arbeitszeit. Unerledigtes kommt auf die folgende Tagesliste. Unbarmherzig. Und grübeln Sie nicht über begangene Fehler oder Fehlentscheidungen nach. Merken Sie sich einfach, wie Sie diese nächstes Mal vermeiden können.

"Tue etwas beim Nichtstun!"
Einfach auf dem Sofa liegen, den Fernseher einschalten, sich in die Zeitung versenken, das kann mitunter wirklich helfen, sich zu entspannen und abzuschalten. Doch vergessen Sie nicht: Es gibt eine Menge anderer Freizeitbeschäftigungen - auch anstregende - die sehr gesund sind. Lassen Sie ein wenig ihre Fantasie walten! So können sportliche Betätigungen hilfreich sein, dass muskuläre Verspannungen - eine Begleiterscheinung des Stresses - gelöst werden.

Stressabwehr mit Hilfe von Entspannungstraining

Selbst große Stresssituationen können gut ertragen werden, wenn man entspannt und nicht bereits von vornherein nervös ist. Und bereits bestehende innere Stressreaktionen können durch Entspannungsübungen abgebaut werden. Es gibt verschiedene psychologische Verfahren, die zu einer inneren und äusseren Ruhe führen.

Bei uns ist das Autogene Training nach J.H. Schulz am bekanntesten, in den USA hat die Tiefenmuskelentspannung nach Edmund Jacobson einen grossen Bekanntheitsgrad.

Natürlich gibt es noch weitere Methoden, die eine Entspannung zum Ziel haben. Zum Beispiel Yoga, Meditation, Biotraining Auch Kurse für Atemschulung zeigen gute Erfolge. Tiefes, bewusstes Atmen steigert zudem die Leistung des Kreislaufsystems und begünstigt die Sauerstoffaufnahme. Nebst Sport und bewusst eingesetzten Entspannungstechniken gibt es eine ganze Reihe Tätigkeiten, die Stress abbauen. Alles was wir gern und mit Freude tun, baut Stress ab: Lesen, Musizieren, Tanzen, Singen, Handarbeiten, Beschäftigung mit Tieren, Nichtstun, Ferien, usw. Statt einem negativen Denkstil, sollten wir uns bemühen, positiv zu denken. Eine Aussprache mit einem Freund, einer Freundin bewirkt oft wahre Wunder, tut gut und hilft, einen Teil der Spannungen abzutragen. Auch Tagebuchschreiben oder Briefe schreiben (vielleicht nur für den Papierkorb) können unser Inneres besänftigen. Vielleicht sprechen Sie auf Farben oder Düfte (ätherische Öle) an, vielleicht hilft eine Tasse Tee, oder es hilft ein Mittel aus der Natur. Beruhigende, rein pflanzliche Wirkstoffe sind unter anderem zum Beispiel Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Lavendel. Sie können bei stressbedingten Spannungsbeschwerden entspannend wirken. Versuchen Sie, gelassener zu werden - Denken Sie daran: Wo Schatten ist, muss auch Licht sein!


Zusammenfassung: Stephan Welz
 
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