Entspannungstechniken wie Meditation sind wichtig für unsere Genesung. Viele
Angstetroffene nehmen Medikamente, um zu "entspannen",
Entspannungstechniken wie Meditation sind wichtig für unsere Genesung. Viele
Angstetroffene nehmen Medikamente, um zu "entspannen", doch es gibt
vieles, was wir selbst tun können, um dies zu erreichen.
Entspannung ist für uns ein großer Vorteil, doch Entspannungsmethoden wie
Progressive Muskelentspannung sind nicht für alle Menschen
geeignet. Einer der Grunde liegt darin, dass Betroffene oft ohnehin
schon stark auf ihren Körper fokussiert sind und körperorienterte
Methoden mitunter die Symptomwahrnehmung noch verstärken. Progressive Muskelentspannung
zudem die Anspannung und Entspannung von Muskelgruppen. Viele von uns sind sowieso sehr angespannt,
so dass wir bei die Übungen eigentlich nur zu unsere normale Zustand der Anspannung
zurückkehren.
Viele Menschen finde es einfacher, Meditationstechniken anzuwenden.
Meditation hilft uns nicht nur zu entspannen, indem zuerst der Geist
entspannt wird, sondern zeigt uns auch, in welchen Gedankenmustern wir
stecken und wie wir dieser unter Kontrolle halten können. Welche
Technik wir dabei verwenden, ob ein Wort-Mantra oder Atemzählen, hängt
von den jeweiligen Vorlieben ab.
Methode "Relaxation Response"
Prof. Herbert Benson (früher am Lehrstuhl für Verhaltensmedizin der
Harvard Medical School und Leiter des Mind/Body Institutes am New
England Deaconess Hospital in Boston) hat eine neue Methode entwickelt,
die eine wirkliche, heilsame Entspannung bewirken soll.
Die meditative Entspannungsreaktion nach Benson verändert langfristig
die Biochemie des Körpers und errichtet eine Art Blockade gegen die
negativen Wirkungen des Stresshormons Noradrenalin auf Blutdruck und
Herzschlagfrequenz. Dazu kommt im psychischen Bereich eine Verminderung
von Angst, depressiven Zuständen, Ärgerbereitschaft und Feindseligkeit.
Es geht darum, den Strom der Alltagsgedanken zu unterbrechen. Dazu
wählt man sich einen sogenannten « geistigen Fokus », etwas, dem man
sich während 10 bis 20 Minuten ganz hingibt. Wenn ablenkende Gedanken
eindringen, lenkt man die Wahrnehmung sanft und ohne Zwang wieder auf
den Fokus. Benson beschreibt acht Stufen:
| 1. |
Wählen Sie ein Wort oder einen Begriff, den Sie als Fokus verwenden wollen, oder konzentrieren Sie sich nur auf Ihren Atem. |
| 2. |
Sitzen Sie ruhig in einer bequemen Haltung. |
| 3. |
Schliessen Sie die Augen. |
| 4. |
Entspannen Sie die Muskeln. |
| 5. |
Atmen Sie langsam und natürlich, wiederholen Sie Ihr Fokus-Wort jedesmal beim Ausatmen. |
| 6. |
Bleiben
Sie passiv, kümmern Sie sich nicht darum, ob Sie es gut machen. Wenn
Ihre Gedanken wandern, lenken Sie sie auf, den Fokus zurück. |
| 7. |
Halten sie diese Prozedur 10 bis 20 Minuten durch. |
| 8. |
Entspannen Sie sich nach dieser Methode ein- bis zweimal pro Tag. |
Meditative Musik im Hintergrund ist eine zusätzliche Hilfe, schnell und tief in die Entspannungsphase zu kommen.
Wenn Sie während der Übung ein Panikattacke erleiden (dies kann bei
allen Entspannungsübungen am Anfang passieren), brechen Sie die Übung
ab.
Entscheidend für den Erfolg ist die Geduld: Es kann Wochen oder gar Monate dauern, bis die Wirkung spürbar ist.
Methode "Tiefenentspannung"
Wenn wir uns so tief entspannen wollen, dass wir zu tieferen Schichten unseres
Bewusstseins vordringen können, müssen wir folgende Regeln einhalten:
| 1. |
Wir suchen uns eine Körperhaltung, die uns so bequem erscheint,
dass wir uns während der Übung nicht mehr bewegen müssen. |
| 2. |
Wir überlegen uns, zu welchem Zweck wir in unbewusste Schichten unseres
Bewusstseins vordringen wollen. |
| 3. |
Wir machen uns klar, dass bewusstes Verstehen der aus dem
Unbewussten auftauchenden Antworten und Botschaften nicht sofort möglich und auch nicht nötig ist. |
| 4. |
Da
Tiefenentspannung eine Kommunikation mit dem Unbewussten darstellt,
folgt sie den für Kommunikation geltenden Prinzipien: sie erfolgt auf
der Basis der Sinneswahrnehmung, nämlich auf der visuellen, auditiven
oder/und kinästhetischen Ebene. |
Auf den Körper ausgerichtete Vorstellungen.
- Augen "zufallen lassen"
- Vorstellung, dass die Stirnmuskeln glatter und glatter werden
- Beobachten des Atems, wie er hinten ganz nahe an die Augen herankommt
- Den Atem noch tiefer in den Bauch schicken
- Den Zwischenraum zwischen den Augen vorstellen
- Dem Atem zuhören und sich dabei wohlfühlen
- Sich vorstellen, einen schönen Sonnenuntergang zu betrachten
- Den Punkt spüren, an dem der Rücken den engsten Kontakt mit dem Sessel/der Liegefläche hat
- Den Teil des Körpers spüren, der etwas mehr entspannt ist als der restliche Körper
- Die Geräusche vorstellen, die ein Bach macht, wenn er über Steine fließt oder über Baumwurzeln
- Fühlen, wie sich die Rippen bei jedem Atemzug weiten
- Bei jedem Ausatmen spüren, wie der Körper jedesmal ein
bisschen tiefer in die Sitz-/Liegefläche sinkt
- Sich des Innenraums des Mundes bewusst werden
- Sich das Vergnügen vorstellen, in der warmen Badewanne zu entspannen
- Den Atem spüren, wie er gleichmäßig kommt und geht, wie Wellen im Ozean, ganz leicht und angenehm
- Wärme oder ein angenehmes Kribbeln in einer der Hände oder in beiden spüren
- Die Mundwinkel spüren
- Sich vorstellen, auf einer weichen weißen Wolke zu schweben
- Sich vorstellen, nach oben zu blicken durch die Äste eines großen Baumes
- Sich vorstellen, dass sich ein Arm schwerer anfühlt als der andere
- Sich dessen bewusst sein, wie wohlig warm der Körper wird
- Sich vorstellen, innen in einem großen durchsichtigen Ballon zu schweben
- Sich vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ein weiches Stück Samt sanft über den Handrücken streift
- Sich wieder einen Sonnenuntergang vorstellen. Und jetzt den Vorhang vor den inneren Augen zuziehen,
so dass der
Sonnenuntergang nicht mehr zu sehen ist
- Eine schöne Blume vor dem Gesicht vorstellen. Die Farbe sehen. Den Duft riechen
- Spüren, wie Wellen der Entspannung aus den Fingern fließen und aus den Zehen ... so als ob Sand aus den Fingern und Zehen fließt
- Sich erlauben, sich etwas sehr Angenehmes vorzustellen
|
Vorstellungen, die uns "wegtragen"
Einige der folgenden Vorstellungen fördern die Tiefenentspannung, wenn
man sich intensiv unter Beteiligung aller Sinne hineinlebt:
- auf einer weichen, flaumigen Wolke liegen, von ihr getragen zu werden, auf ihr schweben
- in einen Brunnen/Schacht Schritt für Schritt (auf einer Wendeltreppe)
hinuntersteigen
- Wie ein Vogeljunges aus dem Nest fallen und dann die Flügel ausbreiten und nach unten schweben
- In
eine Höhle gehen, dort in einen unterirdischen See springen und tief
tauchen. Je tiefer man taucht, desto klarer und farbiger sollen Bilder
auftauchen
- Einen Lichtpunkt über den Himmel verfolgen, wie er zum Horizont hinuntersinkt, die Farbe wechselt,
vibriert, so dass man es im ganzen Körper spürt, und alle Gedanken, innere Stimmen und Zweifel mitnimmt
- Schreiben von Zahlen in den Sand. Jede Zahl ist mit einem Abschnitt des Körpers verbunden. Mit dem Herauswaschen der
Zahl durch eine Welle geht dieser Körperteil in Trance
- Zahlen
(von 10 bis 1) klar und deutlich vorstellen, farbig, leuchtend,
glitzernd, dreidimensional. Während sich die Ziffern dann um die eigene
Achse zu drehen beginnen, werden sie allmählich blasser und
verschwinden rückwärts im Nebel. Die nächst niedrige Ziffer taucht auf
- Durch
einen Wald gehen, den Waldweg genau vorstellen, das Moos am Wegrand
spüren, die Waldluft riechen, die Steine auf dem Weg unter den Füßen
spüren, auf eine Lichtung kommen , über die Wiese gehen, Gräser und
Blumen im Vorbeigehen mit den Fingern berühren, die Sonne warm spüren,
einen Berg hinaufwandern zu einem Gebäude ...
- Sich zu seinem Lieblingsort (Kraftort) begeben und dort bequem entspannen
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Rückkehr
Ganz langsam und allmählich beginnen, in diesen Raum und diese Zeit zurückzukommen.
Gähnen zulassen.
Beim gleichmäßig rhythmischen Atmen die Stimme ("ah") beim Ausatmen kommen lassen.
Methode "Gedankenstille"
"Antar Mouna" bedeutet Innere Stille. Die innere Stille ist einerseits eine
Vorbedingung für die Meditation, andererseits bringt sie Freude und Heiterkeit im täglichen Leben.
Die Methode nach dem indischen Yogasystem ist folgende:
1. Gedankenbeobachtung:
Man richtet die Konzentration auf das Stirnchakra, betrachtet den
grauen Augenhintergrund und die Formen und Gedanken, die auftauchen und
wieder vorbeigehen immer im Bewusstsein des unbeteiligten Zeugen.
Manchmal entsteht ein Augenblick des Vergessens, des "Abdriftens", dann
erinnern wir uns wieder der Übung und fahren unbeirrt fort.
Nach einiger Zeit der Praxis werden die Gedanken feiner und bekommen
eine geistige Realität. Nun kann man zur Meditation über ein Gottesbild
("Ishta Deva"), sei es gestalthaft oder gestaltlos, übergehen.
2. Gedankenordnung:
Manchmal entstehen Gedanken zwanghaft; wir mögen uns sträuben, in Sorge
und Grübelei zu verfallen, trotz aller Anstrengung können wir die Wogen
nicht zum Stillstand bringen. Die Übung besteht darin, einen solchen
Gedanken wie Sorge, Geiz, gekränkte Eitelkeit oder ähnliches, bewusst
zu erzeugen oder zuzulassen, ihn deutlich anzusehen und eine Zeitlang
zu bewahren, um ihn dann entlassen zu können. Anschließend meditiert
man Ishta Deva, die Gottesvorstellung, in der Art einer Visualisierung,
danach wendet man sich wieder der Gedankenübung zu und wechselt so
zwischen beiden ab, wobei ein kontinuierliches Gewahrsein aufrecht
erhalten werden soll. Ziel ist es, die Identifikation mit niederen
Gedanken oder Emotionen zu verlieren.
3. Gedankenstille:
Nachdem Entspannung und Loslösung von den Alltagsgedanken erreicht ist,
geht man über zur Konzentration auf den inneren Himmel oder
"Chitakash", den astralen Ort des Bewusstseins: das Gewahrsein eines
inneren Raumes, in dem Gestalten oder schemenhafte Gedankenformen
auftauchen können, die aber nicht relevant sind; der Raum ist nach
allen Seiten hin offen, das Bewusstsein befindet sich im Mittelpunkt,
und ist hellwach. Ziel ist es, den Zustand des Nichts zu beobachten.
Verschiedene Zustände können auftreten, andere Wirklichkeiten können
erlebt werden, sollen aber nicht analysiert werden. - Dem Ishta Deva
des Bhakti Weges entspricht hier der Glaube an eine gestaltlose
Wahrheit, die ebenso erfahrbar ist wie eine persönliche
Gottesvorstellung.
Nach: Ma Yogashakti u. Swami Satyananda, Dynamik des Yoga
Zusammenstellung: Stephan Welz
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