Bei Angst, Aufregung und Stress bewirkt das sympathische Nervensystem
eine Erweiterung der Pupillen, um mehr Licht durchzulassen und damit
die Augen
Bei Angst, Aufregung und Stress bewirkt das sympathische Nervensystem
eine Erweiterung der Pupillen, um mehr Licht durchzulassen und damit
die Augen lichtempfindlicher zu machen und das Sehfeld zu vergrößern.
Eine vergrößerte Pupille, also größere Blende wie beim Fotoapparat,
verringert die Schärfentiefe und erhöht damit die Möglichkeit,
unterschiedliche Entfernungen besser voneinander zu unterscheiden.
Dadurch können möglicherweise bedrohliche Objekte besser wahrgenommen
werden. Subjektiv kann sich dies in Sehstörungen äußern (verschwommenes
Sehen, Pünktchen vor den Augen). Das parasympathische Nervensystem
bewirkt eine Verengung der Pupillen.
Bei Angst,
Aufregung und Stress kommt es - gesteuert über das sympathische
Nervensystem - zur Abflachung der Augenlinsen. Die infolgedessen
geringere Brechkraft/größere Brennweite ermöglicht eine verbesserte
Fernsicht (Objekte in 3-10 Meter Entfernung werden besonders gut
wahrgenommen). Chronische Verspannung im Bereich der Augen kann die
Entwicklung einer Kurzsichtigkeit fördern.
Subjektiv kann sich Angst, Aufregung und Stress in dem Gefühl äußern,
nicht gut zu sehen, soweit es die Nahsicht betrifft (z.B. beim Lesen
und Schreiben).
Bei Ruhe und Entspannung bewirkt das parasympathische Nervensystem eine
Krümmung der Augenlinsen. Die dadurch größere Brechkraft/geringere
Brennweite ermöglicht eine verbesserte Nahsicht.
Subjektiv kann sich ohnmächtig machende Angst und Stressbelastung in
dem Gefühl äußern, nicht gut zu sehen, soweit es die Ferne betrifft
(beim Autofahren).
Viele Menschen mit Angststörungen klagen über Sehstörungen.
Verschiedene Sehstörungen hängen jedoch nicht mit dem aktuellen Zustand
der Pupillen und der Augenlinsen zusammen, sondern mit
Durchblutungsstörungen bzw. Blutumverteilungen zur arbeitenden
Muskulatur bei einer Alarmreaktion:
Schwindel und verschwommenes Sehen beruht oft auf unzureichender
Sauerstoffzufuhr infolge niedrigen Blutdrucks oder Verspannung der
Nackenmuskulatur (weniger Blutzufuhr zum Kopf).
Schwarzwerden vor den Augen, Flimmern oder Sternchensehen beruht
speziell auf einer Mangeldurchblutung der Sehbahn und des
Augenhintergrundes.
Autor:
Dr.Hans Morschitzky
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